News & Berichte
- 24.08.10: Im Eos Verlag ist kürzlich das Buch "Alois Schmid - genannt der Schmid von Mindelheim" von Frumentius Renner erschienen. Es erzählt über den Heilpraktiker Alois Schmid (1894-1940), der u.a. in Mindelheim segensreich gewirkt hat und vielen Menschen in Krankheit und Leid auf Gottes Fürsprache Heilung schenken konnte. Durch seinen großen Gebetseifer konnte er viele Menschen für Gott begeistern. Es ist zum Preis von 9,95 € in zahlreichen Einrichtungen Mindelheims (z.B. Pfarrbüro, Bücher Thurn, Praxis Dr. Steber) oder im Internet erhältlich. Ein Großteil der Einhahmen kommt der Mindelheimer Albanienhilfe zu gute.
- Aktuelle Berichte aus Fushe-Arrez finden sich auch auf der Homepage der Kapuziner, wo über Besuche bei Br. Andreas Waltermann berichtet wird, so etwa die Berichte "Besuch in Albanien" und "Im Armenhaus Europas".
- Ausführliche Projektbeschreibungen befinden sich außerdem auf den Seiten von Ora International: "Zum Überleben zu wenig" und der "Aktivitätsbericht von 2007".
Bericht von Raphael Steber
Bereits zwei Mal konnte ich die Missionsstation meiner Tante, Sr. Gratias, in Fushe-Arrez besuchen. Im Jahr 2006 war ich nach meinem Abitur vier Wochen in Albanien, und im Sommer 2007 waren mein Vater, meine Schwester und ich für zwei Wochen in Fushe-Arrez. Erschüttert war ich bei meinem ersten Besuch bereits kurz nach der Ankunft am Flughafen in Tirana, als wir durch die dortigen Slums fuhren. Sie unterschieden sich nicht großartig von den Bildern, die man in den Medien bereits über Afrika oder Südamerika gesehen hatte. Auch aus der Bergregion in Nordalbanien, wo sich Fushe-Arrez befindet, ziehen regelmäßig Menschen in die Hauptstadt Tirana, um dort ihr Glück zu versuchen. Verfügen sie zu Hause noch über ein Dach über dem Kopf, sowie Ackerboden und Nutztiere, so landen sie nicht selten völlig mittellos in den Slums von Tirana. Ein Anliegen der Schwestern Bernadette und Gratias ist es deshalb auch, den Armen in den Bergdörfern von derartigen „Umzugsplänen“ abzuraten. Angekommen in Fushe-Arrez überraschte mich auch dort die Armut der Familien – besonders in den abgelegenen Dörfern. Manche Häuser sind nur über lange Fußmärsche durch Trampelpfade zu erreichen. Dort trafen wir dann teilweise auf zehnköpfige Familien, die etwa einzig ein 15m²-Haus mit zwei Doppelbetten ihr Eigen nennen konnten. Oft besitzen sie nur eine einfache Kochstelle, ein paar Hennen und einen Fernseher, der hier sozusagen zur Grundausstattung gehört. Die Mindelheimer Albanienhilfe unterstützt diese Familien beispielsweise mit Baumaterialien für die meist renovierungsbedürftigen Häuser. Viele der armen Familien werden auch in eine Liste aufgenommen, die sie dazu berechtigt, regelmäßig einen Sack Mehl in der Missionsstation abzuholen. Auch mit Medikamenten, Kleidung oder Schulsachen werden die Familien dort versorgt. Überraschend war für uns alle die große Gastfreundschaft, auch unter den ärmsten Familien. Für die Gäste wurden oft richtige Festmahle veranstaltet, wo meist selbstgebrannter Raki angeboten wurde.
In Fushe-Arrez ist die Situation schon wesentlich besser, aber auch dort ist die große Armut deutlich erkennbar – unter anderem durch die hohe Arbeitslosigkeit kann sie kaum bekämpft werden. Besonders interessant war für mich der Kontakt zu den vielen Jugendlichen in der Kleinstadt. Sie waren meist sehr weltoffen, durch MTV mit der modernen Jugendkultur vertraut und sprachen meist mehrere Fremdsprachen überraschend gut. Mit fast allen konnte ich mich bestens auf Englisch unterhalten, viele sprachen auch ein gutes Deutsch. Verwundernd ist dies jedoch nicht, da viele Jugendliche fest damit rechnen, einmal für Studium oder Ausbildung ins Ausland zu gehen; - die Chancen in der Heimat sind für viele einfach nur frustrierend. Umso wichtiger ist es, dass die Albanienhilfe die Auslandsaufenthalte einiger Jugendlicher unterstützt, um ihnen so eine zukunftsfähige Ausbildung gewährleisten zu können. Aber auch vor Ort versuchen die Schwestern nach ihren Möglichkeiten die Menschen aus- und weiterzubilden und bieten daher etwa Näh- und Babykurse an. Im eigenen Kindergarten, in der Nähstube und bei den ständig anfallenden Bauarbeiten finden viele Menschen aus der Region Arbeit. Immerhin ist die Missionsstation der größte Arbeitgeber in der Stadt.
Ein erfreulicher Aspekt meiner Besuche war jedes Mal der Besuch der Italiener aus der Diözese Orvieto/Todi, die jedes Jahr für etwa zwei Wochen nach Albanien kommen, um dort insbesondere den Kindern und Jugendlichen Katechismusunterricht geben zu können. Mit einer bunten Mischung aus Katechesen, Musik und Spiel bereiteten sie vor allem den Kindern abwechslungsreiche Ferien; daher wurden die Italiener gerade in den Dörfern besonders herzlich aufgenommen. In manchen kleinen Dörfern wurde schon seit Jahrzehnten keine Heilige Messe mehr gefeiert – auch Heute ist das Religionsverbot der kommunistischen Zeit noch in vielen Bereichen wahrnehmbar, unter anderem am großen Priestermangel der katholischen Kirche. Zum Rosenkranz kamen die Kinder dann aber so zahlreich, dass sie sich jedes Mal beinahe um das Vorbeten der einzelnen Gesetze streiten mussten…
Zurückblickend war für mich die große Offenheit und Gastfreundschaft der Albaner immer sehr erfreulich. Wir kamen mit vielen ins Gespräch und wurden gerade von den ärmsten Familien besonders herzlich empfangen. Andererseits erschütterte mich die Armut, die ich dort vorfand. Viele Familien leben unter ärmsten Verhältnissen und in den Straßen liegt oft unheimlich viel Müll. Daher war es für mich sehr wertvoll zu sehen, in welchen Bereichen die Armen von der Missionsstation unterstützt werden und wo die Spendengelder tatsächlich landen.
Schön waren auch die vielen Begegnungen mit der recht unkomplizierten Art der Albaner. Vieles funktioniert dort eben wesentlich unkomplizierter und auch unkonventioneller als bei uns in Deutschland. Einmal kamen etwa zwei von drei Mitarbeitern völlig betrunken vom Strohholen zurück. Als nämlich der Lastwagen eine Reifenpanne hatte, musste einer das Fahrzeug reparieren, die anderen Beiden gingen währenddessen in die Wirtschaft, und verbrachten die „gewonnene“ Zeit mit Raki-Trinken…
Bereits zwei Mal konnte ich die Missionsstation meiner Tante, Sr. Gratias, in Fushe-Arrez besuchen. Im Jahr 2006 war ich nach meinem Abitur vier Wochen in Albanien, und im Sommer 2007 waren mein Vater, meine Schwester und ich für zwei Wochen in Fushe-Arrez. Erschüttert war ich bei meinem ersten Besuch bereits kurz nach der Ankunft am Flughafen in Tirana, als wir durch die dortigen Slums fuhren. Sie unterschieden sich nicht großartig von den Bildern, die man in den Medien bereits über Afrika oder Südamerika gesehen hatte. Auch aus der Bergregion in Nordalbanien, wo sich Fushe-Arrez befindet, ziehen regelmäßig Menschen in die Hauptstadt Tirana, um dort ihr Glück zu versuchen. Verfügen sie zu Hause noch über ein Dach über dem Kopf, sowie Ackerboden und Nutztiere, so landen sie nicht selten völlig mittellos in den Slums von Tirana. Ein Anliegen der Schwestern Bernadette und Gratias ist es deshalb auch, den Armen in den Bergdörfern von derartigen „Umzugsplänen“ abzuraten. Angekommen in Fushe-Arrez überraschte mich auch dort die Armut der Familien – besonders in den abgelegenen Dörfern. Manche Häuser sind nur über lange Fußmärsche durch Trampelpfade zu erreichen. Dort trafen wir dann teilweise auf zehnköpfige Familien, die etwa einzig ein 15m²-Haus mit zwei Doppelbetten ihr Eigen nennen konnten. Oft besitzen sie nur eine einfache Kochstelle, ein paar Hennen und einen Fernseher, der hier sozusagen zur Grundausstattung gehört. Die Mindelheimer Albanienhilfe unterstützt diese Familien beispielsweise mit Baumaterialien für die meist renovierungsbedürftigen Häuser. Viele der armen Familien werden auch in eine Liste aufgenommen, die sie dazu berechtigt, regelmäßig einen Sack Mehl in der Missionsstation abzuholen. Auch mit Medikamenten, Kleidung oder Schulsachen werden die Familien dort versorgt. Überraschend war für uns alle die große Gastfreundschaft, auch unter den ärmsten Familien. Für die Gäste wurden oft richtige Festmahle veranstaltet, wo meist selbstgebrannter Raki angeboten wurde.
In Fushe-Arrez ist die Situation schon wesentlich besser, aber auch dort ist die große Armut deutlich erkennbar – unter anderem durch die hohe Arbeitslosigkeit kann sie kaum bekämpft werden. Besonders interessant war für mich der Kontakt zu den vielen Jugendlichen in der Kleinstadt. Sie waren meist sehr weltoffen, durch MTV mit der modernen Jugendkultur vertraut und sprachen meist mehrere Fremdsprachen überraschend gut. Mit fast allen konnte ich mich bestens auf Englisch unterhalten, viele sprachen auch ein gutes Deutsch. Verwundernd ist dies jedoch nicht, da viele Jugendliche fest damit rechnen, einmal für Studium oder Ausbildung ins Ausland zu gehen; - die Chancen in der Heimat sind für viele einfach nur frustrierend. Umso wichtiger ist es, dass die Albanienhilfe die Auslandsaufenthalte einiger Jugendlicher unterstützt, um ihnen so eine zukunftsfähige Ausbildung gewährleisten zu können. Aber auch vor Ort versuchen die Schwestern nach ihren Möglichkeiten die Menschen aus- und weiterzubilden und bieten daher etwa Näh- und Babykurse an. Im eigenen Kindergarten, in der Nähstube und bei den ständig anfallenden Bauarbeiten finden viele Menschen aus der Region Arbeit. Immerhin ist die Missionsstation der größte Arbeitgeber in der Stadt.Ein erfreulicher Aspekt meiner Besuche war jedes Mal der Besuch der Italiener aus der Diözese Orvieto/Todi, die jedes Jahr für etwa zwei Wochen nach Albanien kommen, um dort insbesondere den Kindern und Jugendlichen Katechismusunterricht geben zu können. Mit einer bunten Mischung aus Katechesen, Musik und Spiel bereiteten sie vor allem den Kindern abwechslungsreiche Ferien; daher wurden die Italiener gerade in den Dörfern besonders herzlich aufgenommen. In manchen kleinen Dörfern wurde schon seit Jahrzehnten keine Heilige Messe mehr gefeiert – auch Heute ist das Religionsverbot der kommunistischen Zeit noch in vielen Bereichen wahrnehmbar, unter anderem am großen Priestermangel der katholischen Kirche. Zum Rosenkranz kamen die Kinder dann aber so zahlreich, dass sie sich jedes Mal beinahe um das Vorbeten der einzelnen Gesetze streiten mussten…
Zurückblickend war für mich die große Offenheit und Gastfreundschaft der Albaner immer sehr erfreulich. Wir kamen mit vielen ins Gespräch und wurden gerade von den ärmsten Familien besonders herzlich empfangen. Andererseits erschütterte mich die Armut, die ich dort vorfand. Viele Familien leben unter ärmsten Verhältnissen und in den Straßen liegt oft unheimlich viel Müll. Daher war es für mich sehr wertvoll zu sehen, in welchen Bereichen die Armen von der Missionsstation unterstützt werden und wo die Spendengelder tatsächlich landen.
Schön waren auch die vielen Begegnungen mit der recht unkomplizierten Art der Albaner. Vieles funktioniert dort eben wesentlich unkomplizierter und auch unkonventioneller als bei uns in Deutschland. Einmal kamen etwa zwei von drei Mitarbeitern völlig betrunken vom Strohholen zurück. Als nämlich der Lastwagen eine Reifenpanne hatte, musste einer das Fahrzeug reparieren, die anderen Beiden gingen währenddessen in die Wirtschaft, und verbrachten die „gewonnene“ Zeit mit Raki-Trinken…